Economy & Energy

Weltwirtschaftsforum nimmt 16 neue Standorte in das Global Lighthouse Network auf, während KI und Nachhaltigkeit die Industrie umgestalten

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 25. Juni 2026

Das Weltwirtschaftsforum hat 16 neue Standorte in sein Global Lighthouse Network aufgenommen, die KI und Nachhaltigkeit in der Industrie vorantreiben.

Die Ankündigung erfolgte am 22. Juni 2026 in Dalian, China, parallel zum Annual Meeting of the New Champions. Die neu anerkannten Standorte erstrecken sich über China, Indien, Saudi-Arabien, Singapur, die Schweiz und die USA und decken alles von Pharma und Automobil bis hin zu Schwerindustrie und Logistik ab. Was diese Einrichtungen auszeichnet, ist, dass sie die „Pilotphase“ hinter sich gelassen haben. Sie setzen fortschrittliche Technologien in großem Maßstab ein und beweisen, dass sie reale Gewinne in Produktivität, Widerstandsfähigkeit und Lieferkettenerfizienz erzielen können.

KI zieht vom Labor in die Fabrikhalle

Wir erleben eine große Entwicklung in der Nutzung industrieller Technologien. KI hat offiziell die isolierten Experimente hinter sich gelassen; sie ist nun tief in die Kernabläufe eingebettet, treibt Entscheidungsfindung und kontinuierliche Optimierung in Produktionssystemen voran.

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Dieser Technologiesprung erzwingt ein massives Umdenken in der menschlichen Arbeit. Statt Arbeitskräfte zu ersetzen, gestalten Hersteller Rollen neu und führen neue Qualifikationsrahmen ein, um Menschen und Maschinen besser zusammenarbeiten zu lassen. Inzwischen ist Nachhaltigkeit fest in der Betriebsstrategie verankert. Grüne Initiativen dienen nicht mehr nur der Emissionsreduzierung – sie werden aktiv genutzt, um Kosten zu senken und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

„The world's leading manufacturers are no longer optimizing individual processes; they are reimagining entire operating systems“, bemerkte Kiva Allgood, Managing Director beim Weltwirtschaftsforum. Sie hob hervor, dass die Einbettung von Intelligenz direkt in die Abläufe blitzschnelle Reaktionszeiten und kontinuierliches Lernen über gesamte Wertschöpfungsketten hinweg ermögliche.

Neue Initiativen und reale Ergebnisse

Das Forum nutzte die Veranstaltung auch zur Einführung von Impact Stars, einem neuen Programm zur Identifizierung frühphasiger industrieller Innovationen, die das Regelwerk für Produktionsmodelle und Personalstrukturen neu schreiben könnten. Bewerbungen sind ab dem 15. Juli möglich; Projekte werden nach Neuheit, Skalierbarkeit sowie ihren operativen und ökologischen Auswirkungen bewertet.

Um diese Geschichten lebendig zu machen, arbeitet das WEF zudem an einem Dokumentarfilm mit dem Titel Inside the Factories of the Future, der einen Blick hinter die Kulissen ausgewählter Lighthouse-Standorte und ihrer Transformationsstrategien gewähren wird.

Die großen Gewinner: Hervorragende Fallstudien

Die Leistungskennzahlen dieser neu anerkannten Standorte sind beeindruckend:

  • Merck (Fenil-sur-Corsier, Schweiz): Durch die Einführung kontinuierlicher Bioprozessierung und Automatisierung verkürzte dieses Biotech-Entwicklungszentrum die Zeit bis zum Patienten um 50% und steigerte die Laborproduktivität um 67%.
  • NIO (Hefei, China): Der Elektroauto-Hersteller baute ein Echtzeit-Fertigungssystem mit geschlossenem Kreislauf, das Fahrzeugdaten, Batteriewechselnetzwerke und digitale Zwillinge verknüpft und so die Markteinführungszeit um 44% beschleunigte.
  • Royal Canin (Shanghai, China): Einsatz von KI und fortschrittlicher Analytik in der gesamten Produktionskette zur Verwaltung von über 400 SKUs, was eine Steigerung der Kundenzufriedenheit um 20% bewirkte.
  • Schneider Electric (El Paso, USA): Durch die Einführung integrierter Logistik und industrieller KI steigerte das Unternehmen seine pünktliche Lieferrate von schwachen 61% auf nahezu perfekte 97%.

Effizienz- und Nachhaltigkeitsdurchbrüche

Weitere bedeutende Durchbrüche erzielten China Merchants Heavy Industry in Haimen, das seinen Durchsatz um das 2,6-fache steigerte, und CIMC Reefer Containers in Jiaozhou, das die Fertigungsdurchlaufzeiten um 32% reduzierte. In Indien erreichte die Anlage von DCM Shriram in Gujarat eine Verbesserung des EBITDA um 11 Prozentpunkte bei gleichzeitiger Senkung der Stromkosten um fast ein Drittel.

Im Bereich der Lieferkettenresilienz verkürzte Unilevers Haridwar-Werk die Reaktionszeiten um 72% mithilfe KI-gesteuerter Planung. Ebenso nutzte ein Logistikpark in Qingdao algorithmenbasierte Auftragsabwicklungswerkzeuge, um Lieferreaktion und Lagerumschlag drastisch zu verbessern.

Die Nachhaltigkeitserfolge waren ebenso dramatisch:

  • Unilever-Standort Sonepat (Indien): Erfolgreiche Eliminierung von Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 99%.
  • Schneider Electric (Peking, China): Vollständige Eliminierung der Scope-2-Emissionen bei gleichzeitiger Reduzierung der Scope-3-Emissionen um 43%.

Letztlich ist das Lighthouse-Netzwerk des WEF zum endgültigen globalen Maßstab für industrielle Transformation geworden. In Zukunft werden Erkenntnisse aus diesen Fabriken direkt in die Lumina-Plattform des Forums einfließen, um Unternehmen weltweit dabei zu helfen, zu lernen, wie sie digitale und betriebliche Innovationen über globale Wertschöpfungsketten hinweg skalieren können.

Quelle: WEF