Erdbeben in Venezuela: Todeszahl steigt auf 32 – USA entsenden Rettungsteams
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Todesopfer auf 32. Die USA entsenden Rettungsteams und humanitäre Hilfe. Die Lage in Caracas bleibt angespannt.
Die Beben erschütterten die venezolanische Hauptstadt im Abstand von etwa einer Minute, wie Medien berichteten. Dabei stürzten Wohnhäuser ein, Geschäfte wurden beschädigt und Tausende Bewohner flohen auf die Straßen.
Die Behörden waren noch dabei, das Ausmaß der Zerstörung zu bewerten. In Baruta, einer Gemeinde im Großraum Caracas, teilte Bürgermeister Darwin González mit, dass drei Menschen ums Leben kamen, als zwei Gebäude einstürzten. Weitere eingeschlossene Bewohner konnten gerettet werden, die Verletzten würden medizinisch versorgt, so González.
Viele Menschen verbrachten die Nacht im Freien, da die Behörden vor möglichen Nachbeben warnten und beschädigte Bauwerke inspizierten. Einige Bewohner zögerten, in ihre Häuser zurückzukehren, aus Angst, dass geschwächte Gebäude einstürzen könnten.
Auf Fotos aus Caracas und dem nahegelegenen Küstenstaat La Guaira waren Betonhaufen und verbogenes Schuttmaterial zu sehen, wo einst Wohnhäuser standen. Auch Ladenfronten und Geländer in Teilen der Hauptstadt wurden beschädigt.
Die USA kündigten eine Vorbereitung von Hilfsmaßnahmen an. Außenminister Marco Rubio erklärte, Washington entsende umgehend Such- und Rettungsteams, humanitäre Hilfe und medizinische Ressourcen.
"Our hearts are with all those who have lost loved ones, those injured, and the courageous rescue workers working tirelessly in the aftermath," schrieb Rubio auf X.
Seine Äußerungen erfolgten, nachdem Vizeaußenminister Christopher Landau erklärt hatte, US-Beamte stünden in Kontakt mit den venezolanischen Behörden und mobilisierten Hilfe.
Rodríguez dankte später US-Präsident Donald Trump für das Angebot an Unterstützung und erklärte auf Social Media, Washington habe nach der Katastrophe Solidarität mit Venezuela bekundet. Trump hatte zuvor gesagt, die USA seien bereit zu helfen und hätten die Regierungsbehörden angewiesen, sich auf einen schnellen Einsatz vorzubereiten, falls nötig.
Das volle Ausmaß der Katastrophe in Bezug auf Opfer bleibt unklar. Reuters berichtete, die venezolanischen Behörden hätten noch keine endgültige Schätzung der Opferzahlen veröffentlicht, während die Rettungsarbeiten in den am schwersten betroffenen Gebieten fortgesetzt werden.
Internationale Medien berichteten von umfangreichen Schäden in und um Caracas. Die BBC meldete Einstürze von Wohngebäuden in der Hauptstadt und sagte, dass Rettungskräfte noch immer die Trümmer durchsuchten. Die DW berichtete, das Beben habe eine Stärke von 7,1 erreicht und sei über die Grenzen Venezuelas hinaus zu spüren gewesen, unter anderem in Teilen des benachbarten Kolumbien.
Seismologen haben davor gewarnt, dass die endgültige Zahl der Todesopfer deutlich steigen könnte. Der US Geological Survey schätzte eine Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent für mehr als 10.000 Tote und 30 Prozent für mehr als 100.000 Todesfälle nach dem zweiten schweren Erdbeben, wobei es sich dabei um Prognosen und nicht um bestätigte Opferzahlen handelt.
Derzeit konzentrieren sich die Rettungskräfte weiterhin auf die Ortung von Überlebenden, während Ingenieure beschädigte Viertel in der Hauptstadt und den umliegenden Bezirken inspizieren.