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Spanien nähert sich 100 Millionen Touristen und verändert sein Tourismusmodell

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 23. Juni 2026
Spanien nähert sich 100 Millionen Touristen und verändert sein Tourismusmodell

Spanien erwartet mit fast 100 Millionen Touristen einen Rekord. Die Regierung setzt auf nachhaltiges Wachstum, Dezentralisierung und neue Angebote abseits der Küsten.

In diesem Jahr bereitet sich Spanien auf eine Rekordzahl von Touristen vor, wobei die Besucherzahlen möglicherweise die 100-Millionen-Marke erreichen. Der spanische Tourismusminister Jordi Hereu erklärte, dies bereite der Regierung keine Sorgen, da Spanien auf ein Modell des „calm growth“ – ein kontrollierteres und nachhaltigeres Wachstum des Sektors – zusteuere.

Spanien führt derzeit aktiv neue Tourismusansätze ein, darunter die Erschließung weniger bekannter Regionen, Reisen außerhalb der Saison und die Förderung von Kultur-, Gastronomie- und Naturtourismus. Beispielsweise wirbt die Kampagne „Think You Know Spain? Think Again“ für das Landesinnere anstelle der beliebten Küstenorte.

Gleichzeitig erkennt die Regierung die Folgen des Übertourismus an. In beliebten Städten, insbesondere Barcelona, treibt das Wachstum kurzfristiger Touristenunterkünfte die Mietpreise in die Höhe und verdrängt die lokale Bevölkerung.

Die Strategie der Regierung basiert auf drei Schlüsselrichtungen: Dezentralisierung der Touristenströme, Reduzierung der Saisonalität und Erschließung weniger besuchter Regionen. Für diesen Zweck wurden bereits rund 3,4 Milliarden Euro aus europäischen Fonds bereitgestellt.

Auch die Nachfragemuster ändern sich. Den traditionellen Strandtourismus wählen 37 % der Touristen, während das Interesse an Kultur-, Gastronomie- und Naturrouten zunimmt. Viele Besucher entscheiden sich zudem für Reisen außerhalb der Hauptsaison.

Insgesamt strebt die spanische Regierung nicht danach, den Tourismus an sich zu reduzieren, sondern ihn sowohl geografisch als auch saisonal umzuverteilen und auf ein Modell umzustellen, das höhere Einnahmen bei geringerem Druck auf die Städte generiert.