Spanien beendet Massenregularisierung für Migranten – 1,27 Millionen Anträge
Spanien schließt seine Sonderaktion zur Massenregularisierung von Migranten. Bis zum 27. Juni gingen 1,27 Millionen Anträge ein – weit mehr als erwartet.
Am 30. Juni endet in Spanien eine Sonderaktion zur Massenregularisierung von Migranten ohne legalen Status. Kurz vor Ablauf der Frist appellieren Nichtregierungsorganisationen an Ausländer, auch mit unvollständigen Unterlagen einen Antrag zu stellen, um die Chance auf eine einjährige Aufenthaltserlaubnis nicht zu verpassen.
Laut der Gewerkschaft der spanischen Einwanderungsbehörden hatten die Behörden bis zum 27. Juni 1,27 Millionen Anträge erhalten – fast 2,5 Mal mehr als von der Regierung erwartet. Die ursprüngliche Schätzung lag bei 500.000 Anträgen.
Die Menschenrechtsorganisationen CEAR und Cepaim empfehlen Migranten, ihre Anträge noch vor Ende der Kampagne einzureichen, auch wenn sie noch nicht alle erforderlichen Dokumente beschafft haben. Nach der Einreichung erhalten die Antragsteller zusätzliche Zeit, um fehlende Unterlagen nachzureichen.
Derzeit haben vor allem Staatsangehörige aus Iran, Mali, Venezuela, Nigeria und Algerien Schwierigkeiten, da es bei den Konsulaten zu Verzögerungen bei der Beschaffung oder Legalisierung von Dokumenten kommt.
Aufgrund der jüngsten Änderungen in der spanischen Migrationspolitik sind Venezolaner am stärksten betroffen. Einige Migranten wurden in ein neues Migrationsverfahren überführt, wodurch sich die Zeit für die Vorbereitung der Unterlagen erheblich verkürzte.
Trotz der Forderungen von Menschenrechtsorganisationen erklärte das spanische Migrationsministerium, dass es keine Verlängerung der Antragsfrist plane.
Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen könnten mindestens 20 Prozent der rund eine Million Anträge aufgrund fehlender Dokumente und der begrenzten Flexibilität des Verwaltungssystems abgelehnt werden. Zusätzliche Schwierigkeiten bereiteten in den letzten Tagen auch technische Probleme mit der Online-Antragsplattform.
In Spanien gehen offizielle Schätzungen davon aus, dass rund 840.000 Menschen ohne legalen Status arbeiten. Das reguläre Verfahren zur Erlangung eines Aufenthaltsrechts dauert in der Regel mehr als ein Jahr.
Menschenrechtsorganisationen betonen, dass das Land einen dauerhaften Regularisierungsmechanismus brauche, da viele Migranten derzeit mindestens zwei Jahre lang ohne legalen Status bleiben, bevor sie Aufenthaltsrechte erhalten können.