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SoftBank und Sceye bereiten stratosphärischen 5G-Test über Japan vor

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 25. Juni 2026
SoftBank und Sceye bereiten stratosphärischen 5G-Test über Japan vor

SoftBank und Sceye bereiten einen stratosphärischen 5G-Test über Japan vor, bei dem ein solarbetriebenes Luftschiff als temporärer Mobilfunkmast in der Stratosphäre dienen soll.

Sceye mit Sitz in New Mexico plant, seine rund 60 Meter lange Hochplattform bereits im August über den Pazifik zu schicken. Das Fluggerät soll etwa 18 Kilometer über dem Ozean nahe Japan erreichen, wo es in der Stratosphäre schweben und eine speziell angefertigte Antenne tragen wird, die SoftBanks 5G-Dienste unterstützen soll.

Die Idee ist konzeptionell recht einfach, aber in der Praxis technisch immer noch schwierig. Das Luftschiff würde wie ein temporärer "Tower in the Sky" fungieren, der mobile Daten direkt an herkömmliche Smartphones überträgt – von einer Position weit über Flugzeugen, aber deutlich unterhalb von Satelliten im Orbit.

Sceye und SoftBank arbeiten im weiteren Bereich der HAPS (High-Altitude Platform Stations). Diese können als Luftschiffe, Ballons oder Starrflügelflugzeuge auftreten und werden von mehreren Unternehmen entwickelt, darunter Projekte mit Airbus-Beteiligung, um die Breitbandabdeckung auf schwer erreichbare Gebiete auszudehnen oder die Kommunikation nach Katastrophen wiederherzustellen.

Sceyes System wird mit Solarenergie betrieben und ist für lange Aufenthalte in der Luft ausgelegt, wobei die stabile Positionierung in der Stratosphäre einer der komplizierteren Teile des Betriebs ist. Winde in dieser Höhe können das Fluggerät vom Kurs abbringen, sodass Bordsysteme ständig seine Position korrigieren und gleichzeitig die begrenzte Energiespeicherung verwalten müssen.

Frühere Testflüge dienten dem Nachweis dieser Grundlagen. Eine der jüngsten Missionen von Sceye hielt die Plattform 12 Tage in der Luft, darunter ein langer Flugabschnitt in Richtung Brasilien und mehrere längere Zeiträume, in denen sie über bestimmten Orten "parked" blieb. Das Unternehmen sagt, diese Tests seien wichtig gewesen, um zu zeigen, dass das Fahrzeug für Zeiträume betrieben werden kann, die Telekommunikationsanwendungen realistisch machen – nicht nur experimentell.

SoftBank ist seit Jahren in diesem Bereich aktiv, unter anderem mit früheren Demonstrationen mit Partnern in Ruanda. In einem Versuch im Jahr 2023 meldete das Unternehmen eine erfolgreiche 5G-Übertragung von einer stratosphärischen Plattform in etwa 16,9 km Höhe, wobei ein handelsübliches Smartphone verwendet wurde und die Verbindung lange genug für ein Videogespräch zwischen Ruanda und Japan aufrechterhalten blieb.

Der bevorstehende Japan-Flug wird aufmerksam verfolgt, weil er das Konzept näher an reale Einsatzszenarien heranführt – nicht nur an kontrollierte Tests. Wenn es wie geplant funktioniert, würde die Plattform die Mobilfunkabdeckung effektiv über ein großes Meeresgebiet ausdehnen, was normalerweise entweder Satellitensysteme oder teure Bodeninfrastruktur erfordert.

Es gibt auch einen breiteren Branchenkontext. Unternehmen versuchen noch herauszufinden, wo HAPS zwischen terrestrischen Mobilfunknetzen und niedrig fliegenden Satellitenkonstellationen einzuordnen ist. Stratosphärenplattformen befinden sich in einer Art mittlerer Schicht – näher als Satelliten, theoretisch billiger im Betrieb, aber auch stärker Wetter, regulatorischen Auflagen und begrenzter Ausdauer ausgesetzt.

Derzeit bleibt Sceyes Luftschiff in der Testphase, aber die Japan-Mission wird als einer seiner sichtbarsten Versuche bislang positioniert.