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Nottingham-Skandal um Geburtshilfe aufgedeckt: Überprüfung findet Hunderte vermeidbare Todesfälle und systemische NHS-Versäumnisse

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 25. Juni 2026

Ein vernichtender Bericht deckt jahrelange systemische Versäumnisse in der Geburtshilfe am Nottingham University Hospitals auf – Hunderte vermeidbare Todesfälle und Verletzungen.

Ein vernichtender Bericht über die Geburtshilfe am Nottingham University Hospitals hat „deeply rooted and systemic“ Versäumnisse aufgedeckt, die über ein Jahrzehnt andauerten. Unter der Leitung der leitenden Hebamme Donna Ockenden zeigt der Bericht, dass Hunderte von Müttern und Babys aufgrund von Fahrlässigkeit des Krankenhauses vermeidbare Todesfälle und lebensverändernde Verletzungen erlitten.

Die Überprüfung untersuchte rund 2.500 Fälle zwischen 2012 und 2025. Die Zahlen sind erschütternd:

  • 444 Fälle betrafen vermeidbare Schäden.
  • 260 Babys hätten bei angemessener Versorgung wahrscheinlich einen anderen Ausgang gehabt. Davon starben 155 Babys und 105 erlitten schwere Verletzungen, darunter permanente Hirnschäden.

Der Bericht beschreibt Versäumnisse in jeder einzelnen Phase – von routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen über die Geburt bis hin zur Nachsorge.

Personal ignorierte Warnsignale und wies Patienten ab

Es zeigte sich ein erschütterndes Muster, dass Ärzte und Pflegekräfte Frauen und ihre Familien ignorierten. Selbst wenn Mütter eindeutige Warnsignale meldeten – etwa dass ihr Baby aufgehört hatte sich zu bewegen, starke Schmerzen oder starke Blutungen – wurden sie abgewimmelt.

Vielen wurde gesagt, ihre Symptome seien „just anxiety“ oder sie wurden angewiesen, „wait their turn“ zu warten, während sie unter der Geburt waren. In einem entsetzlichen Fall wurden die Symptome einer Frau als nicht medizinisch abgetan; sie starb später an einem nicht diagnostizierten Hirntumor. In einem anderen Fall wurde der Familie von Harriet Hawkins, die aufgrund von Krankenhausfehlern tot geboren wurde, eine Schadensersatzzahlung in Höhe von £2,8 Millionen zugesprochen.

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Ein toxischer Arbeitsplatz und extreme Unterbesetzung

Der Bericht zeigt direkt auf die „bullying and toxic“ Arbeitskultur des Krankenhauses. Ständige Führungswechsel und gravierende Personalknappheit schufen ein gefährliches Umfeld.

Rund 80 % der befragten Mitarbeiter gaben an, chronisch unterbesetzt zu sein und regelmäßig unbezahlte Überstunden leisten zu müssen. Hebammen und Ärzte betreuten gleichzeitig zu viele Patienten, und einige Neugeborenen-Pflegekräfte mussten sich um bis zu neun Intensivpflege-Babys gleichzeitig kümmern. Hinzu kam, dass Nachwuchskräfte Angst hatten, Sicherheitsrisiken anzusprechen, weil Mobbing normal geworden war.

Diskriminierung verschlimmerte die Situation noch. Schwarze, asiatische, ethnische Minderheiten, Teenager und einkommensschwache Mütter erfuhren die schlechteste Behandlung. Ihre medizinischen Probleme wurden häufig auf „stress“ oder Sprachbarrieren zurückgeführt, was zu verzögerten Diagnosen und zum Tod führte.

Respektlosigkeit über den Tod hinaus

Die Grausamkeit endete nicht, nachdem Familien ihre Kinder verloren hatten. Der Umgang des Krankenhauses mit verstorbenen Babys und der Trauerbegleitung verursachte schwere, lang anhaltende Traumata.

Die Untersuchung ergab:

  • Die Leiche eines Babys wurde versehentlich zusammen mit klinischem Abfall entsorgt.
  • Ein weiteres verstorbenes Baby wurde dem falschen Bestatter übergeben.

Familien sahen sich mit Funkstille, verlorenen Unterlagen und völligem Mangel an Würde seitens der Leichenhalle konfrontiert. Viele Eltern leiden unter schweren PTBS, und einige gaben an, jetzt zu verängstigt zu sein, um es je wieder mit einem Kind zu versuchen.

Was passiert als Nächstes?

Große britische Medien wie die BBC, The Guardian und The Times bezeichnen dies als einen der schlimmsten Skandale in der NHS-Geschichte. Aufzeichnungen zeigen, dass die Krankenhausleitung bereits 2010 von diesen Problemen wusste, aber wegschaute.

Nun fordern trauernde Familien eine vollständige öffentliche Untersuchung, und Krankenhausmanager und Ärzte könnten wegen Fahrlässigkeit strafrechtlich verfolgt werden.

Quelle: The Gardian