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Nissan stoppt Entwicklung des elektrischen Qashqai im Zuge von Kostensenkungen und Überprüfung der EV-Strategie

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 23. Juni 2026
Nissan stoppt Entwicklung des elektrischen Qashqai im Zuge von Kostensenkungen und Überprüfung der EV-Strategie

Nissan hat die Entwicklung des vollelektrischen Qashqai vorerst gestoppt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Der Schritt ist Teil eines umfassenden Spar- und Restrukturierungsprogramms.

Wie mehrere Medien unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichten, wurde die Arbeit am Qashqai EV Anfang letzten Jahres im Rahmen eines breiter angelegten Spar- und Restrukturierungsprogramms stillschweigend eingestellt. Das Modell sollte eine zentrale Rolle in Nissans europäischen Elektrifizierungsplänen spielen und im Werk des Unternehmens in Sunderland produziert werden, der größten Autofabrik Großbritanniens.

Die Entscheidung markiert eine deutliche Abkehr von Nissans früheren Zusagen. Im Jahr 2021 kündigte das Unternehmen an, in Sunderland einen vollelektrischen Qashqai zu bauen, ein Projekt, das von der britischen Regierung als Impuls für die Ambitionen des Landes begrüßt wurde, ein bedeutendes Zentrum für die Produktion von Elektrofahrzeugen zu werden.

Von Reuters zitierte Quellen sagten, dass das Fahrzeug selbst bei einer eventuellen Wiederbelebung des Projekts voraussichtlich erst in den frühen 2030er Jahren auf den Markt kommen werde. Nissan lehnte eine direkte Stellungnahme zur Zukunft des Qashqai EV ab, erklärte jedoch, man bleibe dem Ausbau der Palette an „elektrifizierten“ Fahrzeugen, einschließlich Hybriden, verpflichtet. Das Unternehmen verwies zudem auf eine erhebliche Volatilität der europäischen EV-Nachfrage und erklärte, man verfolge eine „ausgewogene“ Elektrifizierungsstrategie.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische und chinesische Hersteller weiterhin neue elektrische Crossover auf den Markt bringen, was den Druck in einem der wettbewerbsintensivsten Automobilsegmente des Kontinents erhöht. Analysten merken an, dass die Verzögerung des Qashqai EV Nissan gegenüber Konkurrenten wie Volkswagen, Renault und mehreren chinesischen Marken, die ihr Elektroangebot in Europa rasch ausbauen, in eine nachteilige Lage bringen könnte.

Die Aussetzung des Projekts scheint Teil einer umfassenderen Überprüfung der globalen Strategie von Nissan zu sein. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, sein weltweites Modellangebot von 56 Fahrzeugen auf 45 zu reduzieren, und hat Anfang dieses Jahres Pläne für den Bau von zwei Elektro-SUVs in seinem Werk in Mississippi aufgegeben, um sich stattdessen auf Hybridmodelle zu konzentrieren.

Fragen bleiben auch hinsichtlich der künftigen Rolle des Werks in Sunderland, das rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt und im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel aller in Großbritannien produzierten Autos hergestellt hat. Nissan erörtert derzeit mögliche staatliche Unterstützung für eine aktualisierte Roadmap für den Standort und hat kürzlich eine Vereinbarung mit dem chinesischen Automobilhersteller Chery unterzeichnet, um die Produktion von Fahrzeugen in dem Werk zu prüfen.

Branchenbeobachter sehen die Entscheidung als ein weiteres Zeichen für die Herausforderungen, denen sich traditionelle Automobilhersteller gegenübersehen, während sie versuchen, ehrgeizige Elektrifizierungsziele, steigende Entwicklungskosten und wachsenden Wettbewerb durch günstigere chinesische Elektrofahrzeuge unter einen Hut zu bringen. Das Unternehmen wird voraussichtlich auf einer zukünftigen Investorenpräsentation weitere Einzelheiten zu seinen Plänen für Sunderland und das Qashqai-Programm bekannt geben.