Europa steht vor einer sich ausweitenden Hitzewelle – Klimaanomalie treibt Temperaturen 10 °C über den Durchschnitt

Europa erlebt eine sich ausweitende Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 10 Grad über dem Durchschnitt. Besonders betroffen sind Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland, Italien und Tschechien.
Süd- und Westeuropa erleben bereits die stärksten Bedingungen, mit Spanien, Portugal und Teilen Frankreichs, wo verbreitet Höchstwerte in den niedrigen bis mittleren 30er Grad Celsius gemessen werden. Meteorologen sagen, dass die Hitze nicht nur anhaltend, sondern auch expandierend ist, und die warme Luftmasse voraussichtlich bis zur Wochenmitte nach Nordosten zieht.
Bis Freitag deuten Prognosen darauf hin, dass Deutschland, Italien und Tschechien ebenfalls Tageshöchsttemperaturen in der Mitte der 30er Grad Celsius erreichen könnten, an manchen Orten 9–13 °C über dem Klimadurchschnitt von 1991–2020. Das Ausmaß der Anomalie hat bei den Meteorologen Besorgnis ausgelöst, die feststellen, dass selbst Regionen, die normalerweise weniger extremer Sommerhitze ausgesetzt sind, nun mit anhaltenden Hitzewellen konfrontiert sind.
Auch das Vereinigte Königreich wird voraussichtlich betroffen sein, wenn auch weniger stark als das europäische Festland. Prognosemodelle deuten darauf hin, dass intermittierende Warmluftströme später in der Woche in den Süden und Osten Englands eindringen und die Temperaturen auf die mittleren bis hohen 20er Grad Celsius anheben. Einige Modellszenarien zeigen noch mögliche Spitzenwerte, die an die niedrigen 30er heranreichen, falls die Bedingungen zusammenspielen.
Gesundheits- und Infrastrukturbelastungen zeichnen sich bereits ab. Verkehrsbetreiber in Teilen Westeuropas und des Vereinigten Königreichs passen ihre Dienstleistungen aufgrund von Risiken durch Schienenverformung und Überhitzung an. Die Behörden wiederholen zudem Hinweise zur Flüssigkeitszufuhr, reduzierter Aktivität im Freien während der Spitzenzeiten und Anpassungen am Arbeitsplatz bei hohen Temperaturen.
Parallel dazu warnen Meteorologen, dass die Luftfeuchtigkeit das Unbehagen verstärken könnte, insbesondere in den Nachtstunden, und damit das Risiko sogenannter „tropischer Nächte“ erhöht, in denen die Temperaturen über 20 °C bleiben.
Der breitere Klimakontext wird auch von Experten hervorgehoben, die feststellen, dass ähnliche Hitzemuster in ganz Europa häufiger werden. Das aktuelle Ereignis folgt auf eine Reihe von jüngsten Hitzewellen zu Beginn der Saison, die zunehmend außerhalb der traditionellen Sommermonate auftreten, was auf eine Verschiebung der Basislinie für saisonale Temperaturextreme hindeutet.
Während die Bedingungen in einigen Regionen Anfang nächster Woche nachlassen sollen, warnen die Prognostiker, dass die Hitzebelastung über dem europäischen Kontinent weiterhin intermittierende Spitzenwerte während des gesamten Sommers erzeugen könnte.