Hitze bereits in Osteuropa. 'Red Alert' für Polen.
Polen leidet unter extremer Hitze: Das Wawel-Schloss schließt Räume zum Schutz der Sammlungen, und für die meisten Regionen wurde 'Red Alert' ausgegeben.

Das Wawel-Schloss in Krakau, Polen, schließt einige seiner prunkvollen Gemächer, um seine Sammlungen vor der Hitze zu schützen. Vom 27. Juni bis Ende August sind einige Räume für Besucher geschlossen. Touristen können unter anderem das Italienische Kabinett, den Hühnerfuß, das Kabinett im Sigismund-Turm, das Niederländische Kabinett oder das Sammlerschrank nicht besichtigen.
Diese Einschränkungen ergeben sich aus der Notwendigkeit, in den historischen Innenräumen angemessene klimatische Bedingungen zu gewährleisten, was aufgrund der hohen Temperaturen unmöglich ist.
In modernen Museen sorgen Klimaanlagen und Überwachungssysteme für ein geeignetes Mikroklima, doch in historischen Innenräumen ist jeder technische Eingriff durch denkmalpflegerische Auflagen begrenzt. Oft ist der einzige Weg, die Sammlungen zu schützen, die Einschränkung des Besucherverkehrs und die Schließung einiger Ausstellungen.

Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Klimawandel nicht nur die Bewohner, sondern auch die wertvollsten Denkmäler betrifft.
"Wawel Castle survived wars, fires, partitions, and occupation, but it must learn to function in conditions its builders never considered," sagt der Klimatologe Jacek Michnoś.
Rekordhitze bereits in Polen.
"Red alert" wurde für die meisten Regionen ausgegeben.

Prognostiker des Polnischen Instituts für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW) sagen voraus, dass die Thermometer an Wetterstationen in Westpolen nahe der deutschen Grenze Temperaturen von bis zu 41°C erreichen werden. Der Rekordwert von 40,2°C wurde in dieser Region am 29. Juli 1921 gemessen.
Am Samstagmorgen um 9:10 Uhr zeigte die Wetterstation Sanice in dieser Region 30,1°C an, so das Polnische Meteorologie-Institut.

Die Hitzewelle wird ab Montag nachlassen – zunächst an der Ostseeküste.
In Südostpolen wird die Hitzewelle voraussichtlich bis Mittwoch anhalten.
Laut AFP haben in den letzten Tagen mindestens 101 Millionen Europäer Temperaturen über 35°C erlebt. Mehrere hundert Menschen sind gestorben, darunter ein dreijähriges Kind, das tot in einem Auto in Paris aufgefunden wurde, sowie Menschen, die beim Versuch, sich abzukühlen, ertrunken sind.