Gorizia startet digitale Plattform zur Bewahrung und Präsentation des künstlerischen Erbes

Gorizia startet die digitale Plattform Borgo Art, um das kulturelle Erbe der Stadt mit 360-Grad-Virtuallandschaften und drei großen Ausstellungen zugänglich zu machen, finanziert durch den italienischen Aufbauplan PNRR.
Am 23. Juni 2026 hat die italienische Stadt Gorizia eine neue digitale Kulturinitiative vorgestellt: Borgo Art, eine virtuelle Plattform, die die historischen Stätten der Stadt in dauerhaft zugängliche Online-Ausstellungsräume verwandelt. Das Projekt wurde im Rahmen einer europäischen Kulturförderinitiative entwickelt und wird durch das Programm Next Generation EU der Europäischen Union im Rahmen des italienischen nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) finanziert.
Die Plattform hat vier historische Wahrzeichen in Gorizia digital nachgebildet:
- Burg von Gorizia;
- Borgo-Castello-Viertel;
- Via Rastello;
- der historische Eisenwarenladen Krainer & Comp.
Jeder Ort wurde in eine interaktive 360-Grad-Umgebung verwandelt, die es Besuchern ermöglicht, Ausstellungsräume virtuell zu erkunden und das kulturelle Erbe der Stadt aus der Ferne zu entdecken.
Der Start umfasst drei große kuratierte Ausstellungen.
Das erste Projekt, "Allegorien, drei Stationen für eine künstlerische Reise", ist dem Werk des Malers Franco Dugo gewidmet. Die Ausstellung ist in drei thematische Serien unterteilt – Medusa, Boxeurs und Prima del bosco („Vor dem Wald“) – und erforscht Themen der menschlichen Identität, Körperlichkeit und existenziellen Erfahrung.
Die zweite Ausstellung zeigt die fotografischen Arbeiten von Roberto Kusterle, der seit den 1970er Jahren die Beziehung zwischen Mensch und Natur erforscht. Zu den gezeigten Serien gehören Abyss and Low Tides, The Embrace in the Forest und Signs of Metembiosis. Der Künstler verwendet in seiner kreativen Praxis experimentelle Materialien wie Harz, Glas und photoempfindliche Emulsionen.
Die dritte Ausstellung, "Offene Horizonte", ist eine digitale Rekonstruktion einer Ausstellung aus der KB Spa Art Collection, die erstmals 2012 in Triest gezeigt wurde. Sie beleuchtet Schlüsselfiguren der slowenischen Kunst des 20. Jahrhunderts und betont den kulturellen Dialog zwischen Italien und Slowenien, der in der Grenzregion Gorizia und Nova Gorica, die 2025 gemeinsam den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt trugen, besonders bedeutsam ist.
Die Initiative wurde von Inside Europe entwickelt, einem Kulturverein, der im Rahmen des Studiengangs Internationale und diplomatische Wissenschaften in Gorizia gegründet wurde. Das Projekt ist Teil der breiteren nationalen Initiative "Tausend Jahre Geschichte im Herzen Europas: Borgo Castello, Kreuzung der Völker und Kulturen", die durch den PNRR finanziert wird (Mission 1, Komponente 3, Maßnahme 2, Investition 2.1, Linie A) und darauf abzielt, die Attraktivität der historischen Dörfer Italiens zu steigern.
Laut offizieller Projektdokumentation ist der Abschluss für den 30. Juni 2026 vorgesehen. Das digitale Format gewährleistet jedoch einen langfristigen Zugang zu den Ausstellungen auch nach dem formellen Abschluss des Projekts.
Die Projektentwickler betonen, dass die Plattform Kulturausstellungen in einem digitalen Format ohne zeitliche Einschränkungen bewahrt, die Reichweite des Publikums erweitert und die Abhängigkeit von physischen Installationen verringert. Die Initiative ermöglicht es zudem, mehrere Ausstellungen gleichzeitig zugänglich zu halten und das künstlerische Erbe der Region einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen.