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Fast 25 % der Europäer unterstützen inzwischen rechtsextreme Parteien

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 24. Juni 2026
Fast 25 % der Europäer unterstützen inzwischen rechtsextreme Parteien

Laut einer Analyse von über 150 Politikwissenschaftlern unterstützen fast 25 % der europäischen Wähler rechtsextreme Parteien – ein Anstieg um das Fünffache seit Mitte der 1990er Jahre.

Fast 25 % der Wähler in Europa stimmen derzeit für rechtsextreme Parteien – ihr Anteil hat sich seit Mitte der 1990er Jahre fast verfünffacht. Dies geht aus einer Analyse von mehr als 150 Politikwissenschaftlern in 31 Ländern hervor, die den Aufstieg radikaler politischer Kräfte in Europa verfolgt.

Laut dem PopuList-Projekt ist der Stimmenanteil für rechtsextreme Parteien bei den jüngsten nationalen Wahlen auf über 23 % gestiegen, verglichen mit rund 10 % vor einem Jahrzehnt und etwa 5 % im Jahr 1995. Gleichzeitig stimmen fast 30 % der Europäer für Anti-Establishment-Parteien – ein historischer Höchststand.

Der stärkste Zuwachs an rechtsextremer Unterstützung wurde zwischen 2023 und 2025 verzeichnet. In diesem Zeitraum haben solche Parteien ihre Positionen in wichtigen europäischen Ländern gestärkt. In Österreich stieg die FPÖ von 16 % auf 29 %, in Frankreich der Rassemblement National von 19 % auf 37 %, und in Portugal wuchs Chega von 7 % auf 18 %. Im Vereinigten Königreich stieg die Unterstützung für Reform UK von 2 % im Jahr 2019 auf 14 % im Jahr 2024, während die AfD in Deutschland ihr Ergebnis auf 21 % verdoppelte.

In mehreren Ländern sind rechtsextreme Parteien bereits an der Regierung beteiligt oder beeinflussen sie durch Koalitionen – darunter Kroatien, Tschechien, Italien und Finnland – und unterstützen in Schweden die Regierung. Gleichzeitig haben sie in einigen Staaten Rückschläge erlitten, etwa in den Niederlanden, wo sie einen Teil ihrer Sitze verloren, und in Ungarn, wo die Oppositionskräfte gestärkt wurden.

Die Forscher erklären den Zulauf mit drei Schlüsselfaktoren. Erstens sind Themen wie Migration und Identität zu zentralen politischen Entscheidungsfaktoren der Wähler geworden. Zweitens haben rechtsextreme Parteien in der politischen und medialen Landschaft zunehmend an Normalität gewonnen. Drittens haben sie ihre Kommunikationsstrategien deutlich verbessert, indem sie emotionale Narrative und einfache Botschaften nutzen.

Das PopuList-Projekt, das europäische politische Parteien klassifiziert, definiert rechtsextreme Parteien als solche, die Nativismus und Autoritarismus verbinden. Nativismus bedeutet die Bevorzugung der „einheimischen“ Bevölkerung und Misstrauen gegenüber Migranten, während Autoritarismus auf strenge Ordnung und harte Bestrafung von Verstößen setzt.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass der Aufstieg solcher Parteien zwar teilweise die Unzufriedenheit der Bevölkerung widerspiegelt, ihr Einfluss jedoch eine Herausforderung für die liberale Demokratie darstellen könnte, insbesondere wenn sie in die Regierung eintreten und die institutionellen Gleichgewichte verschieben.