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ESA vergibt 700-Millionen-Euro-Auftrag für nächste Generation der Copernicus-Sentinel-1-Radarsatelliten trotz Risiko einer Datenlücke

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 25. Juni 2026

Die ESA vergibt einen 700-Millionen-Euro-Auftrag für die nächste Generation der Copernicus-Sentinel-1-Radarsatelliten. Trotz Verzögerungen und Risiko einer Datenlücke soll die verbesserte Satellitenflotte ab 2034 starten.

Der auf der ILA Berlin Air Show bekannt gegebene Vertrag umfasst eine erste Tranche von 700 Millionen Euro. Thales Alenia Space wird als Hauptauftragnehmer fungieren, während Airbus Defence and Space in Deutschland das zentrale Radarinstrument liefern wird – ein C-Band-Synthetik-Apertur-Radar, das die Erdoberfläche Tag und Nacht unabhängig von den Wetterbedingungen abtastet.

Die neuen Satelliten sollen die aktuelle Sentinel-1-Flotte ersetzen und aufwerten. Einer der älteren Satelliten, Sentinel-1A, soll nach mehr als zwölf Jahren im Orbit außer Dienst gestellt werden, während ein weiteres Exemplar bereits 2022 verloren ging. Damit sind nur noch die neueren Raumfahrzeuge in Betrieb, und die ESA bereitet sich auf deren spätere Ablösung vor.

In Bezug auf die Leistung soll die nächste Generation ein deutlicher Fortschritt sein. Laut ESA werden die neuen Satelliten deutlich schärfere Bilder liefern, mit einer Auflösung von etwa 5 mal 5 Metern, verglichen mit den derzeitigen 5 mal 20 Metern. Sie werden außerdem in einem einzigen Durchlauf ein größeres Gebiet abdecken können, rund 400 Kilometer statt etwa 250.

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Eine bemerkenswerte Änderung ist die Ausweitung der Abdeckung in Richtung der Polarregionen. Die ESA betont, dass dies für die Beobachtung sich schnell verändernder Umgebungen wie Meereis und Gletscher wichtig ist, wo der Klimawandel besonders sichtbar ist.

Das Programm ist Teil von Copernicus, dem Erdbeobachtungssystem der EU, das gemeinsam mit der ESA betrieben wird. Es betreibt bereits eine große Satellitenflotte in verschiedenen Missionen, und die Daten werden Regierungen, Wissenschaftlern und privaten Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt – etwa für Katastrophenschutz, Umweltüberwachung und maritime Überwachung.

Im Hintergrund gibt es jedoch ein Zeitproblem. Branchenberichte und europäische Medien weisen darauf hin, dass Verzögerungen bei der Entwicklung den geplanten Start des ersten Satelliten der nächsten Sentinel-1-Generation von 2032 auf 2034 verschoben haben. Dies wirft Bedenken hinsichtlich einer möglichen Lücke in der Radarüberwachung auf, falls die aktuellen Satelliten das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, bevor die neuen bereit sind.

Thales Alenia Space wird die Entwicklung und Montage der Satelliten leiten und damit seine langjährige Beteiligung am Sentinel-Programm fortsetzen. Airbus Defence and Space bleibt für das Radarsystem selbst verantwortlich, während mehrere europäische Länder kleinere Komponenten beitragen, darunter Stromversorgungssysteme, Sonnenkollektoren und Steuereinheiten.

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Die aktuelle Sentinel-1-Mission läuft seit mehr als einem Jahrzehnt und wird häufig zur Überwachung von Überschwemmungen, Bodenbewegungen, Abholzung, Meereis und anderen Umweltveränderungen eingesetzt. Ihre Fähigkeit, Wolken zu durchdringen und nachts zu arbeiten, hat sie zu einem der Kernwerkzeuge des europäischen Erdbeobachtungssystems gemacht.

Die nächste Generation soll diese Arbeit nicht nur fortsetzen, sondern detaillierter und häufiger machen, mit zusätzlichen Beobachtungsmodi für Ozeane, Eis und Landflächen sowie einer verbesserten Unterstützung für maritime Verfolgung und Umweltanalyse.

Quelle: Defence24