Society

Ausstellung in Nizza verbindet Matisse und Yves Saint Laurent in künstlerischem Dialog

Nexus Europa Redaktion
Veröffentlicht 25. Juni 2026
Ausstellung in Nizza verbindet Matisse und Yves Saint Laurent in künstlerischem Dialog

Die Ausstellung „Beauty, fashion and happiness“ im Musée Matisse in Nizza zeigt rund 160 Werke und erkundet den Dialog zwischen Henri Matisse und Yves Saint Laurent. Geöffnet bis 28. September.

Die Schau mit dem Titel „Beauty, fashion and happiness“ ist bis zum 28. September im Musée Matisse zu sehen. Sie vereint rund 160 Werke, von Gemälden und Skizzen bis hin zu Haute-Couture-Kleidern, Schmuck und Textilien. Die Idee, so das Museum, sei zu erkunden, wie Saint Laurent Matisse las und wie Mode und Stoffe eine tiefere Rolle in Matisses eigener Praxis gespielt haben könnten, als oft angenommen.

Die Kuratoren sagen, das Projekt sei aus der Forschung zur Beziehung des Malers zur Mode entstanden, aber auch aus der Verfolgung der mehr oder weniger direkten Bezüge auf Matisse in Saint Laurents Entwürfen über Jahrzehnte hinweg. Für Yves Saint Laurent wurde Matisse als eine Art „ästhetischer Geist“ beschrieben, eine wiederkehrende Präsenz in seiner kreativen Vorstellungskraft. Pierre Bergé und Saint Laurent selbst besaßen eine bedeutende Sammlung von Matisse-Werken und -Büchern, was die Kuratoren als Teil eines andauernden Dialogs und nicht als gelegentliche Inspiration bezeichnen.

Einige der Verbindungen sind subtil, fast in Textur und Rhythmus eingebettet. Motive aus Matisses Scherenschnitten tauchen in den Mustern und Farbblöcken von Saint Laurent-Kleidern wieder auf, während Kompositionen wie das Gemälde „Purple Robe and Anemones“ von 1937 in späteren Kleidungsstücken nachhallen, darunter ein Umhang von 1988, der das Gemälde gewissermaßen in Stoff verlängert.

Andere Bezüge sind direkter. Ein Porträt von Matisse aus dem Jahr 1936 wurde 1983 auf einer Handtasche reproduziert – eine so wörtliche Übertragung, dass sie formelle Vereinbarungen mit den Rechteinhabern erforderte. Die Ausstellung behandelt diese Momente weniger als Aneignung, sondern eher als strukturiertes Gespräch zwischen Malerei und Couture.

Die Kuratoren heben auch den umgekehrten Einfluss hervor: Mode- und Textildenken, das bereits in Matisses Werk vorhanden war. Der Maler, der Kostüme für das Ballett entwarf und eng mit Material und Oberfläche arbeitete, zeigt sich experimentierfreudig mit Farbe als etwas fast Taktilem. An einer Stelle verwendete er einen Stoff in einem bestimmten Blauton, der später in seinem Gemälde „Blue Robe Reflected in the Mirror“ auftauchte, das selbst Jahrzehnte später in einem Saint Laurent-Abendkleid von 1981 widerhallt.

Aymeric Jeudy, Direktor des Museums, beschreibt Matisses Umgang mit Scherenschnitten als einen Akt des „Schneidens in Material“, bei dem Farbe etwas Konstruiertes und nicht Aufgetragenes wird. „It is about finding the colour, shaping it and making an architecture out of it,“ sagte er. „An architecture for painting in Matisse’s case; an architecture of clothing, in motion for Saint Laurent.“

Serena Bucalo-Mussely, Co-Kuratorin der Ausstellung, sagte, Saint Laurent sei während seiner gesamten Karriere immer wieder zu Matisse zurückgekehrt und habe ihn als eine jener Figuren gesehen, die seinen kreativen Prozess leise begleiteten. Die Bezüge, so stellte sie fest, bewegten sich zwischen Zitat und Transformation, manchmal kaum sichtbar, manchmal völlig explizit.

Die französische und europäische Kulturpresse hat die Ausstellung weitgehend als eines der Sommerhighlights an der Côte d’Azur bezeichnet und sowohl ihren Umfang als auch ihre Balance zwischen Zugänglichkeit und Wissenschaftlichkeit gelobt. Rezensionen haben auf ihre thematische Struktur hingewiesen, die sich durch Farbe, Linie, Bewegung und Körper bewegt, wobei die Zeichnung als gemeinsame Grundlage zwischen Maler und Designer präsentiert wird.

Die Ausstellung läuft bis Ende September und ist in Nizza als saisonaler Ankerpunkt für Besucher positioniert, die sich durch den kulturellen Kreislauf der Riviera bewegen, wo Kunst, Mode und Tourismus oft ohne klare Grenzen miteinander verschmelzen.